Agenda 2030 und die Anlagethemen der Zukunft

by Jan Amrit Poser, 05.05.2022
Die globalen Herausforderungen des Klimawandels, des Biodiversitätsverlusts und der zunehmenden Ressourcenknappheit lassen viele Menschen verzagen. Doch die gute Nachricht ist, dass es für viele dieser Probleme schon Lösungen gibt. Diese müssen nur umfassend angewendet werden. Doch die Unternehmen, die sie herstellen, brauchen Kapital und Unterstützung. Anleger können ihren Teil zum Gelingen der Agenda 2030 beitragen und gleichzeitig davon profitieren.

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Die Menschheit steht vor enormen Herausforderungen

Momentan leben schon mehr als 7,5 Milliarden Menschen auf der Erde. Doch bis zum Jahr 2050 werden es aller Wahrscheinlichkeit nach 10 Milliarden sein. Bis zu 85% von ihnen werden bis 2050 in urbanen Zentren und Megastädten wohnen, gestiegen von den heutigen 50%. Selbst nach vorsichtigen Schätzungen impliziert der Anstieg der Weltbevölkerung, dass sich das globale Bruttoinlandsprodukt bis 2050 vervierfachen wird.

Selbst wenn wir also einen starken Anstieg der Energieeffizienz haben werden, wird sich der Energiehunger bis 2050 nach Schätzungen der IEA verdoppeln. Wirtschaften wir so weiter wie bisher, würde dies eine massive Erhöhung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre bedeuten und damit eine weiter Verstärkung des Klimawandels mit Extremwetterlagen und Dürreperioden. Der zunehmende Kampf um Ressourcen und Wasser würde Konflikte auslösen, die wiederum zu Flüchtlingsströme auslösen.

Technologische Lösungen für die Sättigung des Energiehungers

Doch die gute Nachricht ist, dass dieses Szenario so nicht eintreffen muss. Tatsächlich gibt es schon die Technologien, die uns bei der Bewältigung der globalen Herausforderungen helfen können und ein qualitatives Wachstum möglich machen

Auch wenn der Energiehunger gross ist, gibt es eine Vielzahl an Lösungen: Solarenergie, Windkraft, Wasserstoff, Biomasse und Geothermie. Schon heute gibt es Tage, an denen eine Wirtschaftsnation wie Deutschland seine gesamte Energie aus erneuerbaren Quellen bezieht.

Eine dezentrale und klimaneutrale Energiebereitstellung wird ermöglicht durch die Erstellung von Smart Grids, d.h. intelligenten Netzen, wo Energie transformiert und gespeichert werden kann.

Eine weitere Zukunftstechnologie sind synthetische Brennstoffe, bei deren Herstellung CO2 aus der Atmosphäre recycelt wird. Zukünftig könnte man sogar Energie mit riesigen Solarpanelen im Weltall produzieren und von dort aus zur Erde schicken. Alle diese nachhaltigen Technologien existieren bereits und können Teil der Lösung für die Sättigung unseres Energiehungers sein.

Die Nahrungsmittel der Zukunft

Wir müssen bis 2050 aber auch zehn Milliarden Menschen ernähren können.

Dies bedarf einer ausreichenden Wasserbereitstellung für die Landwirtschaft. «Wasserernte» ist hier das Stichwort. Wasser kann selbst in Trockengebieten wie der Wüste als Tau aus der Luft entzogen und so zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen verwendet werden. Israelische Firmen sind hier führend in der Technologie, die schon seit langem für die Begrünung von Wüsten eingesetzt wird.

Wir werden in Zukunft auch vermehrt Nahrungsmittelplants around a skyscraper dort anbauen, wo sie verbraucht werden, also in den Städten selbst. Die so genannte urbane Landwirtschaft besteht unter anderem aus vertikalen Farmen, wobei Gemüse und Früchte kontrolliert und damit sehr effizient an Aussenwänden von Hochhäusern oder auch innerhalb der Häuser angebaut werden. Dies reduziert den Wasserverbrauch wie auch den Pestizideinsatz massiv. Es spart darüber hinaus Energie für den Transport, bindet CO2 und schafft gleichzeitig ein besseres Klima in den unter Hitze leidenden Städten.

Ein weiterer Faktor, der die Weltbevölkerung in Zukunft noch stärker ernähren wird, ist die Nutzung von pflanzlichen Eiweissen beispielsweise zur Erstellung von Fleischersatz. Fleisch kann zudem inzwischen auch aus Stammzellen gezüchtet werden, was das Töten von Tieren vermeidet und zukünftig auch ressourceneffizienter sein könnte als Masttierhaltung.

Alle diese Technologien werden uns helfen, das globale Ernährungsproblem zu lösen.

Neue Produktionsformen und nachhaltige Industrie

Auch die Produktion und Lieferung von Waren wird in Zukunft revolutioniert werden. Automatisierung und Ressourceneffizienz werden das verarbeitende Gewerbe nachhaltiger machen.

Die Industrie der Zukunft wird nicht nur nach dem Motto «vermeiden, reduzieren, wiederverwenden und rezyklieren» funktionieren, sondern darüber hinaus werden Stoffkreisläufe gänzlich geschlossen und damit eine zirkuläre Wirtschaft ermöglicht. Schon heute gibt es ein Viertel in Amsterdam, das vollständig darauf setzt.

Auch die Technologie des 3D-Drucks existiert schon. Anstatt Waren zu kaufen oder zu bestellen, wird man sich in der Zukunft die notwendigen Baupläne für Bausteine durch das Internet besorgen und zu Hause 3D-drucken können.

CO2-Speicherung wird ebenfalls ein Bestandteil der neuen nachhaltigen Wirtschaft sein. Einige Unternehmen verwenden heute schon CO2 zur Stärkung von Baustoffen wie Beton und lagern es auf diese Weise ein. Kohlenstoffbindung und -speicherung wird wahrscheinlich in Zukunft eine ähnlich grosse Industrie, wie es die Öl- und Gasindustrie früher war. In der Logistik werden international die neuen Produktionsstätten verbunden durch logistische Supernetzwerke von autonomen Lastwagen, Frachtzügen und -schiffen.

Eine inklusivere, kommunikativere Welt

Dies alles klingt so, als werde die Zukunft im Jahr 2050 nur für Maschinen und Roboter lebenswerter. Doch gerade die Konsumenten werden durch die Technologien und Lösungen von morgen profitieren können. Smart Cities, welche die Wärme- und Luftzufuhr automatisch steuern, werden ein besseres Wohnklima schaffen.

Das Internet der Dinge wird in der Zukunft alle elektrischen und elektronischen Geräte miteinander verbinden, sodass ein leerer Kühlschrank eine automatische Bestellung von Online-Lieferung auslösen kann oder Heizungen perfekt abgestimmt auf Personen funktionieren und nicht einfach durchheizen.

Überhaupt werden die Menschen vernetzter sein denn je. Die Sharing Economy, die Wirtschaft des Teilens, ermöglicht es im Privattaxi oder in der online vermieteten Wohnung neue Bekanntschaften zu machen und an Diskussionsforen und Netzwerken teilzunehmen, die man früher mühsam hätte suchen müssen.

Das autonome Fahren wird viel Zeit freigeben, weil man selbst auf der Autobahn erfreulicheren Tätigkeiten nachgehen können wird. Die #Verkehrswende wird dabei die Wartezeiten in Staus drastisch reduzieren.

All dies gibt uns Zeit um wieder mehr in persönliche Kontakte, Nähe und Menschsein zu investieren.

Die Technologien zur Erreichung der Agenda 2030 sind grösstenteils schon vorhanden

Trotz aller pessimistischer Szenarien bestehen schon heute die Technologien für die Lösungen der grossen Herausforderungen.

Der Wandel der Bedürfnisse weg von materiellen Produkten hin zu ressourcensparenden Alternativen wird eine steigende Nachfrage nach nachhaltigeren Produkten und vor allem Dienstleistungen auslösen.

Gleichzeitig erlassen Staaten zunehmend Anreize und Fördermassnahmen zur Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der UNO. Investitionen in die Themen der Zukunft, die von der Agenda 2030 bestimmt und abgeleitet werden, werden sich daher auszahlen.

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