Inside radicant - wie eine neue nachhaltige Digitalbank entsteht

02|Die Designphase: FINMA-Anforderungen, Kernbanksystem und weitere Bausteine

14. Juli 2021
FINMA Logo am Gebüde in silber

Wie bekommt man eine Banklizenz?

Um eine Banklizenz zu erhalten, sind eine ganze Reihe an Schritten notwendig, die strikt eingehalten werden müssen. Zum Schutz der Anleger hat der Gesetzgeber viele Auflagen definiert, die von Banken erfüllt werden müssen und es gibt einige grosse, formelle Hürden, die es dabei zu überwinden gilt. Die Banklizenz wird von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA nach einer umfassenden Prüfung erteilt. Bevor das passiert, müssen sämtliche Prozesse und Technologien definiert und operationalisiert werden. Für das Banklizenzgesuch von radicant haben wir mit einem umfangreichen Projektteam und der Unterstützung von externen Experten über den Zeitraum von sechs Monaten ein 1647 Seiten langes Gesuch geschrieben, in dem detailliert formuliert wurde, wie wir die zukünftige Bank bauen und operativ führen möchten.

Sechs weisse Ordner, von denen der drite von links von einer männlichen Hand an zwei Fingern hochgehoben wird

Was ist das «Kernbanksystem einer Bank»?

Der erste Schritt, der hierzu nötig ist, ist die Bestimmung eines Kernbankensystems, wie eine Art «Motor der Bank». Die meisten grossen und einige kleinere Banken – wie zum Beispiel die Hypothekarbank Lenzburg – haben sich dafür entschieden, diesen «Motor» selber zu bauen, während die überwiegende Mehrheit Systeme von Anbietern wie Finnova, Avaloq, Temenos oder ausländischen Anbietern kaufen. Diese Systeme können dann – wie es bei den meisten Banken der Fall ist – über Grossrechner innerhalb der Bank  laufen oder eben in einer Cloud. Für radicant als moderne Finanzdienstleisterin kommen allerdings nur Cloud-basierte Lösungen in Frage. Denn nur so können wir die neuesten Technologien für weitere Dienstleistungen am besten für die Bedürfnisse unserer Kunden nutzen und radicant auch in der Zukunft kostengünstig führen und skalieren.

Letztendlich haben wir uns für die Lösung des Schweizer Herstellers Finnova entschieden. Diese Software betreiben wir über die Schweizer Cloud der Swisscom. Die Swisscom wird dazu noch weitere Bankprozesse in ihre Cloud übernehmen. Je  mehr Standard-Prozesse ausgelagert und mit anderen Banken geteilt werden können, desto intensiver kann sich radicant auf seine Kunden und das Kernthema Nachhaltigkeit konzentrieren. Bislang nutzen mehr als 100 Banken die Finnova Banking Software – und dank der langjährigen Erfahrung von Swisscom, das System in ihrer Cloud zu betreiben, ist ein stabiler Start von radicant sichergestellt.

Was macht eine Bank auch in fünf Jahren noch wettbewerbsfähig?

Für die FINMA muss nicht nur das System beschrieben werden, sondern auch, wie alle Bankprozesse und der Betrieb der Bank später laufen sollen. Eine der wichtigsten Fragen, die wir uns in diesem Bezug stellen mussten, war: Wie lassen sich die Bankprozesse soweit es geht automatisieren und so ausrichten, dass wir unseren Kunden den bestmöglichsten Service garantieren können? Um die Antwort auf diese Frage zu finden, haben wir knapp 300 Prozesse analysiert und dazu noch rund 20 Experten aus dem In- und Ausland miteinbezogen. Dabei sind viele erfolgsversprechende Konzepte entstanden. Zum Beispiel wie wir Kunden besser bedienen können, sie näher und einfacher an das Thema «nachhaltige Geldanlagen» heranführen und  für sie Zeit sparen können. Momentan ist es noch zu früh, um zu sagen, wie viele von diesen Konzepten zu welcher Zeit umgesetzt werden können. Wir sind aber davon überzeugt, dass wir ein gutes «Banking as a Service» offerieren werden. Mehr dazu werden wir in den kommenden Monaten berichten.

Hast Du Fragen oder Anregungen? Get in touch! Wir freuen uns auf Dich!

Dein radicant Team